|
Kaiserschnitt
Oktober 2002
Am
10.12.02 wurde Mailin per Kaiserschnitt
geholt. Ich hatte tierische Angst und war
unglaublich aufgeregt, früh um 7.00
Uhr waren mein Mann und ich in der Klinik,
ich wurde in ein rosafarbenes OP-Hemdchen
gesteckt und musste noch so einen
komischen Drink zu mir nehmen, der die
Magensäfte binden sollte (schmeckte
furchtbar!!!). Am Abend davor musste ich
mir selbst ein Klistier einführen und
eine Tablette nehmen. Essen und trinken
durfte ich ab 21.00 Uhr nicht mehr, wobei
mir das Trinkverbot wirklich extrem schwer
fiel!
Naja, in
meinem OP-Hemdchen wanderte ich dann in
den OP-Vorraum, dort wurde ich auf einen
Tisch gesetzt und in den wirklichen OP
geschoben. Mir wurden tausende von
Manschetten, Blutdruckmessern, Infusionen,
CTG's uns so angelegt (naja, nur von jedem
eines, aber das war schon genug) und dann
gab mir der Narkosearzt eine kleine
Spritze in den Rücken, damit ich die
Spinalanästhesie nicht spüren
konnte. Die kam nämlich danach und
tatsächlich, ich merkte absolut rein
gar nichts!
Dann
füllte sich der OP so langsam, mein
Mann kam auch endlich herein und setzte
sich auf einen Stuhl direkt neben meinem
Kopf, er sah genau so aus, wie ein Arzt.
Insgesamt waren etwa 12-14 Leute im OP,
Hebammen- und Schwesternschülerinnen,
Narkosearzt plus Assistent, OP-Schwester
und natürlich der Chirurg, der mich
aufschnippeln sollte. Es war also ein
munteres Treiben und ich bekam davon kaum
etwas mit, die Narkose war schon voll im
Gange.
Mein Mann
hielt meine Hand und ich fragte immer
wieder, was denn da gerade passierte, ich
spürte, wie an mir rumgeruckelt
wurde, es tat nicht weh, war aber
merkwürdig. Der Assistent des
Anästhesisten warf immer mal wieder
einen Blick über das Tuch, welches
meinem Mann und mir (zum Glück!!!)
die Sicht auf's Geschehen verwehrte und
berichtete: "Ja, Frau B. Sie sind schon
aufgeschnitten" und "So, gleich holen die
Ihr Kind!" und "Oh, ich kann schon den
Babyhintern sehen!!!" und ich lag da,
hörte, wie man das Fruchtwasser
absaugte und wartete gespannt auf Mailin's
ersten Schrei. Der kam dann auch, nachdem
irgendjemand sich auf meinen Bauch warf
und meine Kleine von oben
herausdrückte (das war etwas
unangenehm). Ich werde diesen Schrei wohl
nie im Leben vergessen.
Irgendwer
hielt mir mein Kind kurz vor die Nase, sie
war verschmiert und ich war so baff, weil
mein Kind da war, dass ich gar nicht
wusste, was ich denken sollte. Mailin
wurde rausgetragen, mein Mann durfte kurz
danach zu ihr gehen und ich wurde
innerhalb von 20 Minuten wieder zugemacht.
Dann schob man mich in einen Kreissaal und
hievte mich in ein Bett. Das war das
allerschlimmste: sie hoben meine Beine
hoch und ich spürte absolut nichts,
richtig gruselig!!! Mein Mann kam mit
Mailin in den Raum und da sah ich sie zum
ersten Mal richtig. Ich konnte es nicht
fassen, ich hatte eine ganz andere
Vorstellung von ihrem
Aussehen,nämlich absolut gar keine!
Sie war soooo süss, so zart, in eine
Windel und ein Tuch eingepackt. Mein Mann
legte sie mir in den Arm und ich probierte
auch ziemlich bald, sie anzulegen, was
sofort klappte. Es war unglaublich, meine
eigene Tochter, der Medizinball, der
monatelang in meinem Bauch gehockt hatte.
Ich hielt ihr Köpfchen in der linken
Hand und es fühlte sich genau so an,
wie durch meine Bauchdecke hindurch.
Mailin war endlich da!!
Ich war
super zufrieden mit dem Team, was Mailin
auf die Welt geholt hat, alles sehr nette,
verständnisvolle Menschen, keiner
lachte über meine Angst, mir wurde
alles erklärt, was mir meine Angst
fast ganz nahm. Im Kreissaal lag ich ein
paar Stunden und wir wurden fast ganz in
Ruhe gelassen und konnten die ersten
Stunden zu dritt geniessen, nur alle
Stunde kam der Arzt und guckte nach meinen
Werten und die Schwester kam ab und zu, um
zu fragen, ob ich etwas brauchen
würde.
Auf der
Wöchnerinnenstation war es
schön! Ein geräumiges
Zwei-Bett-Zimmer mit moderner Einrichtung,
Fernseher, eigenem Bad mit Bidet (was beim
leider vorhandenen Wochenfluss mehr als
angenehm ist). Es gibt das sogenannte
24h-Rooming-in, man kann das Baby aber
auch im Kinderzimmer abgeben. Eine
Stillberaterin ist täglich dort, ohne
sie hätte ich nicht gestillt!! Auch
als ich Nachts knallharte Brüste
hatte, weil ich mit dem Milcheinschuss
nicht klar kam, waren die Hebammen
für mich da und versorgten mich mit
gekühlten Kohlblättern und
Rotlicht.
Naja und
dann teilen sich Kinderkrankenschwestern
und Hebammen ihren Beruf sozusagen, es
gibt eine Klingel für die Hebammen
und eine für die
Kinderkrankenschwestern. Ich wurde die
ganze Zeit super nett behandelt, es wird
einem alles gebracht, solange man noch
nicht gut in der Lage ist, sich z.B. eine
Kanne Tee selber zu holen. Es steht immer
ein Wagen mit vielen verschiedenen
Tee-Sorten, Säften, Wasser und
Malzbier im Flur, wo man sich bedienen
kann, wie man mag. Essen gibt es nicht in
Buffet-Form, sondern in altgedienter Form
wird es einem aufs Zimmer
gebracht.
Fazit: Ich
war mehr als zufrieden im AK Altona und
auch wenn ich mittlerweile in Barmbek
lebe, möchte ich mein zweites Kind,
was wir im Mai erwarten, wieder im AK
Altona zur Welt bringen!
Julie
|