Inhalt
Früher war Herr Muffin ein junges, starkes Meerschwein. Er konnte eine ganze Gurke auf dem Rücken tragen. Nun aber ist er alt und grau und müde. Er denkt an sein Leben und knabbert dazu Mandeln. An einem Mittwochmorgen kann Herr Muffin nicht mehr aufstehen. Es tut so weh im Bauch und in den Beinen …
Rezension von Michaela aus dem Krimi-Forum für kinder-stadt.de: Sieben Jahre alt ist der Herr Muffin und ganz genau wird sein Zuhause beschrieben: Etwa der Briefkasten aus Pappe vor dem Häuschen, in dem manchmal Leckerbissen ankommen. Eines Tages jedoch liegt da ein Brief (den der Meeri-Mann erst mal komplett auffuttert), ein Brief, der klar macht, dass auch Tiere sterben können.Herr Muffin nimmt das zum Anlass, gedanklich sein Leben Revue passieren zu lassen: Sich an seine Frau, die Kinder zu erinnern, an den Hamster, den er immer beneidete, an das, was gut war. 7665 Mal hat man ihn gestreichelt, 728 ganze Gurken konnte er verputzen, er war frei - und der Hamster musste die ganze Zeit in seinem Rad laufen. Diese Erinnerung tut gut - vor allem jetzt, wo sein Bauch schmerzt und er sich bald wirklich schlecht fühlt. Aber Herr Muffin ist dennoch nicht frei von Angst - und findet es ungemein tröstlich, dass in einem weiteren Brief ein Kind schreibt "Ich liebe dich so sehr", Als dann der Tod tatsächlich eintritt, wird das Ereignis förmlich zelebriert. Es gibt eine Zeitungsmeldung, eine Todesanzeige, eine pompöse Beerdigung und einen letzten Brief … Das Buch, das in Schweden als bestes Bilderbuch des Jahres ausgezeichnet wurde, ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass es möglich ist, sich einem schwierigen Thema auf leichte, aber doch angemessene Weise zu nähern. Viele Kinder haben ein Haustier - oft ist es ein Hase oder ein Meerschweinchen, das eines Tages an Altersschwäche verstirbt. Die meisten betrauern diesen Verlust ebenso intensiv wie sie den Abschied angemessen feierlich begehen wollen. Denn sehr häufig ist es der erste Kontakt dieser Jungen und Mädchen mit dem Tod. Das Buch trägt all dem Rechnung, schlägt aber gleichzeitig die Brücke zu den menschlichen "Alten", den Großeltern. Geschickt gelöst wird dies durch die Illustrationen der vielfach preisgekrönten Anna-Clara Tidholm. Der Meerschweinchenmann selbst bleibt zwar immer klar als Tier erkennbar, lebt jedoch in einem Häuschen mit Bildern an den Wänden im Wohnzimmer. Seine Gefühle in Bezug auf Vergangenheit und Zukunft sind menschlich und nachvollziehbar. Die Ereignisse nach dem Tod von Herrn Muffin sind ebenfalls stark an das angelehnt, was sich beim Verlust eines Angehörigen abspielt. Den Schlusspunkt setzt der letzte Brief "Der Tod ist doch ein Ausruhen, oder? Nichts, wovor man Angst haben muss. So ist es doch, Herr Mufiin, oder? Du weißt es doch?" Zweifel und Vertrauen halten sich hier die Waage - und jeder kann für sich entscheiden, was er daraus mitnehmen möchte. Zu empfehlen ab 4 |