Inhalt
Sterben müssen Mensch und Tier und können tun sie nichts dafür: Es stirbt der Regenwurm am Haken, die Fliege stirbt, es sterben Schnaken. Die Blume welkt und wird zu Erde. Das Gras wird Heu und schmeckt der Herde. Der Mensch wird alt und mag nicht mehr. Da stört das Sterben ihn nicht sehr. Auf Sommer folgt der weisse Schnee. Auf Leben Tod, das ist okay. Danach ist alles nicht mehr schwer, und die Toten werden mehr.
Rezension von Michaela aus dem Krimi-Forum für kinder-stadt.de: Sie ist studierte Kulturwissenschaftlerin und Illustratorin, arbeitet jetzt als Museumspädagogin. Sie hat ein Kinderbuch von der Liebe geschrieben und mit "So ein Kack! Das Kinderbuch von ebendem". Nicht verwunderlich also, dass das Buch von Pernilla Stalfelt, das sich mit dem Tod beschäftigt, alles andere als behutsam oder betulich daherkommt.Gestaltet ist es wie ein Lexikon bei dem sich Text und Bild die Waage halten. Die Illustrationen sind Kinderzeichnungen nachempfunden, die Sätze einfach und kindgerecht - aber genau deswegen auch von unschuldiger Neugierde, in den Augen konservativer Leser vielleicht sogar zuweilen fast ein bisschen despektierlich. Stalfelt betrachtet den Kreislauf der Natur, vergleicht die Veränderungen, die eintreten - bei Pflanzen und bei Menschen ("Wer tot ist, wird bleich und gelb") - erwähnt, dass es verschiedene Gründe gibt, warum man sterben kann. Und klammert auch die Tatsache nicht aus, dass sogar Kinder sterben können. Danach erläutert die Schwedin die verschiedenen Ansichten, die es darüber gibt, wohin man kommt, wenn man stirbt. Ohne Wertung stellt sie dabei nebeneinander: Gott, das Nichts, den Glauben an Wiedergeburt. Genau das ist der Punkt, an dem sich die Gemüter der Kritiker dieses Buches entzünden: Denn Stalfelt stellt neben die Möglichkeit, als Blume, Baum, Vogel oder Stern wieder auf die Erde zu kommen, auch die in den Raum, man könne zur Bratwurst werden. Kinder finden die Idee faszinierend - Erwachsene verstörend, wenn nicht gar skandalös. Das ist auch später noch mal der Fall, wenn es darum geht, dass Tote als Gespenster oder Vampire zurückkehren könnten. Für Kinder ein fast selbstverständlicher Teil ihrer Vorstellungswelt - für Erwachsene etwas, das nur in Geschichten und Schauermärchen seinen Platz hat. Vervollständigt wird das Buch durch eine Beschreibung des Ablaufs nach dem Tod, inklusive der unterschiedlichen Möglichkeiten der Bestattung, sowie einer Schilderung unterschiedlicher Beerdigungsbräuche und Feierlichkeiten anderer Völker. Alles in allem ein Buch, das zur Diskussion und zum Nachdenken anregt und dazu, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, das zu oft ausgeklammert wird. Ob es sich zur Trauerbewältigung in einem konkreten Fall eignet, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für eine Annäherung ans Thema - so lange dieses nicht akut ist und möglicherweise in der Gruppe (Kindergarten, Schulklasse, etc.) - ist dieses Buch in jedem Fall eine ausgezeichnete Wahl. Zu empfehlen ab 6 |