Die besten Beerdigungen der Welt

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Ester ging auf der Lichtung hin und her. Sie dachte nach und dann hatte sie eine Idee. "Die ganze Welt ist voll von Toten", sagte sie. "In jedem Gebüsch liegt ein Vogel, ein Schmetterling, eine Maus. Jemand muss nett sein und sich um sie kümmern. Jemand muss sich opfern und sie beerdigen." "Wer?" sagte ich. "Wir", sagte sie.


Rezension von Michaela aus dem Krimi-Forum für kinder-stadt.de:
Die Kinder langweilen sich, doch endlich passiert was: Sie finden eine tote Hummel und bereiten ihr ein feierliches Begräbnis. Dafür wird extra ein Gedicht geschrieben, ein Loch gegraben, Blumen gesät. Weil das alles so aufregend und erhebend ist, finden der Ich-Erzähler, Ester und deren kleiner Bruder Putte Gefallen an der Sache, suchen nach weiteren Toten - und finden sie. Gründen sogar eine Beerdigungsfirma.

Nach und nach wandern unter die Erde: Eine Spitzmaus, ein Hamster, ein Hahn mit abgeschlagenem Kopf, Heringe aus dem Kühlschrank, Mäuse aus der Falle (die noch schnell getauft werden), überfahrene Tiere. Es werden Kreuze aufgestellt, noch mehr Gedichte geschrieben, Lieder gesungen. Alles ist von einer herzerfrischenden Unbekümmertheit, die aber durchaus Ernsthaftigkeit erkennen lässt.

Vor allem aber wird genau das Verhalten widergespiegelt, das Kinder an den Tag legen. Vielleicht keine Großstadtkinder, die man mit aller Kraft von toten Viechern fern hält (man könnte sich mit Krankheiten infizieren!) - aber die Kinder aus den Illustrationen der dreifachen Mutter Eva Eriksson, die schnell Assoziationen mit Astrid Lindgren Figuren wach werden lassen. Vor allem aber jene Kinder, die mit dem Begriff "tot sein" noch keine Urängste verbinden, keine beklemmenden Gedanken an das, was mit ihnen oder ihrer Familie irgendwann passieren wird.

Erst als die Kinder hautnah den Tod einer Amsel, die gegen das Fenster fliegt, miterleben, werden sie von Trauer ergriffen. Einer Trauer jedoch, die sich auch diesmal durch eine stilvolle Bestattung mit einem ergreifenden Gedicht lösen lässt. Und "Am nächsten Tag machen wir dann etwas ganz anderes." Treffender - und kürzer - lässt sich nicht beschreiben, wie natürlich der Umgang mit dem Tabuthema Tod in diesem ganz besonderen Alter (vom Kindergarten bis zu den ersten Grundschuljahren) ist und sein kann, wenn man nur den Mut hat, diese Natürlichkeit auch im Verhalten zuzulassen.

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Die besten Beerdigungen der Welt
Ulf Nilsson , Eva Eriksson

Moritz Verlag
Frankfurt 2006

34 Seiten

 


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