Für immer mein Opa

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Am liebsten sind Martin und Opa zusammen angeln gegangen. Doch das geht jetzt nicht mehr, denn Opa ist tot. Wenigstens hatte er beim Sterben seine Zähne im Mund, denkt Martin, denn auf die war Opa immer besonders stolz. Wo er jetzt wohl ist? Muss er vielleicht im Himmel gegen Dinosaurier kämpfen? Oder wird er sich nun mit dem neuen Baby treffen, das Mama demnächst bekommen soll? Komischerweise kennen sich die Erwachsenen da auch nicht so genau aus. Aber eins weiß Martin ganz sicher: Es ist schön, Opa gekannt zu haben.


Rezension von Michaela aus dem Krimi-Forum für kinder-stadt.de:
Der Opa ist gestorben und Martin versucht, mit der Situation zurecht zu kommen. Das ist nicht so leicht, denn das, was er beim Gespräch mit den anderen Großeltern, bei denen er die erste Zeit verbringt, zwischen den Zeilen hört, ist nicht wirklich beruhigend. Omi sagt zwar, dass Opa bestimmt im Himmel auf einer Wolke sitzt - macht aber den Eindruck, als wollte sie nicht wirklich gern darüber nachdenken und könnte es vielleicht selbst nicht so ganz glauben. Genauso verhält es sich mit der Beerdigung - sie sagt, er müsse keine Angst haben, scheint sich aber insgeheim selbst davor zu fürchten. Opi wiederum, ihr Mann, nimmt sich viel Zeit, dem Enkel zu erklären, warum weder eine Erd- noch eine Feuerbestattung etwas Schreckliches sind. Trotzdem ist die Beerdigung nicht wirklich angenehm für den Jungen - alle Erwachsenen schauen ganz ernst und sagen schreckliche Dinge. Darum bekommt er Angst und wird traurig. So richtig schön ist auch der Folgetag nicht, an dem Martin Geburtstag hat. Doch zwei Wochen später kommt Martins Geschwisterchen zur Welt, Martin bekommt einen letzten Gruß seines verstorbenen Großvaters und es wird klar, dass Opa nie vergessen sein wird.

Aufgelockert werden die neun Kapitel der Geschichte durch die ausgesprochen gelungenen, großformatigen, teilweise ganz- oder doppelseitigen Illustrationen in kräftigen Farben von Stefanie Scharnberg. Die Gefühle des Jungen, seine Gedanken über das was ist und das, was sein könnte, sind sehr anschaulich geschildert und auch für junge Leser nachvollziehbar. Nicht verschwiegen werden seine Ängste, das, was ihn ärgert oder bedrückt. Doch genauso wird klar, was ihn tröstet oder ihm Erleichterung verschafft.

"Der eine kommt, der andere geht" - manche Menschen sind der Ansicht, dass ein Zusammenhang besteht zwischen Geburt und Tod innerhalb einer Familie. Für einige ist dieser Gedanke bedrückend - andere empfinden ihn als Zeichen der Hoffnung. Der Hoffnung darauf, dass alles immer weitergeht und neues Leben kommt, wenn ein alter Mensch seine Augen für immer geschlossen hat. Martin und seine Familie gehören mit Sicherheit zur zweiten Fraktion.

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Für immer mein Opa
Sverre Henmo , Stefanie Scharnberg

Carlsen Verlag
Hamburg 2006

62 Seiten

 


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