Warum lieber Tod…?

Inhalt
Vier Kinder sitzen am Küchentisch und sorgen sich um ihre kranke Großmutter. Gerade ist der Tod gekommen, um sie zu holen. Sie bieten ihm Kaffee an, sie versuchen, Zeit zu gewinnen. Da erzählt er ihnen eine Geschichte - und die vier lernen, dass es traurig und schmerzhaft ist, wenn jemand stirbt, dass aber auch der Tod zum Leben gehört.


Rezension von Michaela aus dem Krimi-Forum für kinder-stadt.de:
Der Tod hat eine lange Nase. Und eine schwarze Kutte mit Kapuze. Seine Augen sind fast geschlossen, die Mundwinkel heruntergezogen. Er liebt Kaffee - stark und schwarz wie die Nacht. Und er hat absolut keine Freude daran, den Menschen das Leben zu nehmen … Er ist kein Schurke, der sich hämisch grinsend einer weiteren Seele bemächtigen möchte. Sondern eine tragische Gestalt, die tut, was sie tun muss.

Damit auch die zwei Jungen und zwei Mädchen, die doch alles in ihrer Macht stehende versuchen wollen, damit die Oma weiterleben kann, dies verstehen, erzählt Gevatter Tod eine Geschichte. Es ist die der Gebrüder Leid und Weinen, die eines Tages auf die Schwestern Freude und Lachen treffen, feststellen, dass sie genau den Partner gefunden haben, der ihnen schon immer fehlte und fortan gemeinsam durchs Leben gehen, bis sie zur gleichen Zeit sterben. Anhand dieser Geschichte wird deutlich, dass eins untrennbar mit dem anderen verbunden ist "Was wäre das Leben wert, wenn es den Tod nicht gäbe? Und wie kann man sich auf den Tag freuen - ohne die Nacht?" Und die Geschwister akzeptieren diesen Gang des Lebens - zwar mit schwerem Herzen, aber doch getröstet durch die Worte des Todes.

Es ist ein Buch, das mit wenigen Worten auskommt - in dem die Atmosphäre vor allem durch die ganzseitigen Illustrationen von Charlotte Pardi vermittelt wird. Sie lässt das traurige Brüderpaar, das für Kummer und Schmerz steht, mit seinen ebenso traurigen Schweinen im Regen stehen bis zur Begegnung mit den beiden lachenden rundgesichtigen Schwestern, die inmitten von Blumen und Schmetterlingen der Inbegriff des blühenden Lebens sind. Dann wird alles gut, denn dann ist da eins von jeder Sorte - schwarz und bunt.

Diese Sprache verstehen auch schon die Kleinsten. Die Brücke allerdings von der Parabel zum greifbaren Verlust eines geliebten Menschen, die muss von einem Erwachsenen geschlagen werden. Der sollte dann auch vor allem die tröstliche letzte Seite hervorheben - wenn sich die Kinder an die Großmutter erinnern, sobald sie das Fenster öffnen und ihre Gesichter vom Wind streicheln lassen … Warum, lieber Tod ...? ist ein Buch, das zum Weiterdenken anregt, zum immer wieder Hinterfragen. Aber auch dazu, sich in einer dunklen Stunde, wenn der Schmerz am größten ist, trösten zu lassen …

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Warum lieber Tod…?
Glenn Ringtved , Charlotte Pardi

Rößler Verlag
Bremen 2002

32 Seiten

 


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