|
|
|
|
![]() Joachim Masannek, Jahrgang 1960, studierte Germanistik und Philosophie und an der Hochschule für Film und Fernsehen. Er arbeitete als Kameramann, Ausstatter und Drehbuchautor für Film-, TV- und Studioproduktionen. Der Autor der Bücher
Im "richtigen" Leben ist er Trainer der Fußballmannschaft, der echten" Wilden Kerle", in der seine beiden Söhne Leon und Marlon spielen, mit denen er im bayerischen Grünwald lebt. |
|
|
|
|
![]() Die Idee für "Die Wilden Fußballkerle" entstand aus der Tatsache heraus, dass Ihre beiden Söhne in einer Jugendfußballmannschaft spielen. In welchem Alter fingen die beiden an und warum wählte Familie Masannek gerade den Fußball (und nicht Eishockey, Tennis, Golf oder Schwimmen) als die Freizeitsportart der Wahl? Ich selbst bin im Ruhrgebiet aufgewachsen und habe demzufolge als Kind fast pausenlos Fußball gespielt. Als ich dann erwachsen wurde, in eine ganz andere Ecke Deutschlands zog, änderten sich auch meine Vorlieben. Es waren die Achtziger Jahre und da spielte man Tennis. Folgerichtig wuchsen meine Söhne auch in einem Tennis-Haushalt auf. Aber dann kamen die Neunziger und Fußball wurde plötzlich wieder "in". Mein Sohn Leon war dreieinhalb als er unbedingt ein Bayern-Trikot haben wollte. Ein Jahr später gab es kein Halten mehr und er musste unbedingt im Verein spielen. Wir hatten diesbezüglich Glück, dass er in der G-Jugend spielen konnte - die großen Vereine beginnen erst mit der F-Jugend, also den Sechsjährigen. Marlon, der Große, wurde mehr oder weniger "mitgezogen", fand dann aber auch so schnell Gefallen an diesem Sport, dass die beiden bald nichts anderes mehr machten als Fußball zu spielen. Tja und fast zwangsläufig wurde ich dann Trainer.
Welches Ereignis bildete den Auslöser für das Schreiben der Bücher? Die Mannschaft der Jungs wurde natürlich vom Verein nicht großartig finanziell unterstützt. Demzufolge war auch kein Geld da für ordentliche Trikots, sondern die Kinder mussten bei ihren Turnieren in hässlichen, teilweise mehrere Jahre alten, viel zu großen Sachen antreten. Dafür haben sie sich mehr als einmal bitterlich geschämt. Das tat mir so schrecklich leid und ich überlegte, wie man den Kids mehr Selbstbewusstsein geben konnte. Die Lösung: Die Mannschaft musste einen eigenen Namen haben, ein Logo und dann auch entsprechende Trikots. So entstanden die echten Wilden Kerle von Grünwald. Der Vater von Leons ältestem Freund Raban, Klaus Hirschburger (der auch mit Michael Cretu oder Hubert Kah zusammenarbeitete - A.d.R.), bot dann an, einen Song zu komponieren und er war es auch, der das "Alles ist gut, solange du WILD bist!" prägte. Letztendlich ging es ja nicht nur darum, einen griffigen Namen und einen Schlachtruf zu haben. Das Wesentliche war ja der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft, die Freundschaften, die sich bildeten. Wissen Sie, Grünwald ist ein Stadtviertel, in dem man vor allem Mauern und Zäune sieht. Jeder bleibt für sich, spontane Kontakte untereinander gibt es so gut wie keine. Das alles hatte sich durch diese Fußballmannschaft grundlegend geändert. Plötzlich kannten sich die Kinder untereinander - und die Eltern ebenfalls. Das ging quer durch alle Schichten und war ungemein faszinierend - so faszinierend, dass ich als Drehbuchautor, der ich ja damals bereits war, nicht umhin konnte, das als mögliche Idee für einen Film zu sehen. Mit Büchern hatte ich ja bis dato nie etwas zu tun gehabt.
Und dann wurde doch ein Buch draus - und zwar nicht nur eines. Waren "Die Wilden Fußballkerle" von vorn herein als mehrbändige Serie angelegt? Illustrator Jan Birck, ebenfalls Vater eines der Spieler in der Mannschaft, der das Logo entworfen und das Plakat gemalt hatte, brachte die Idee im Gespräch auf: "Lass uns doch zusammen ein Buch machen - du den Text und ich die Bilder!" Doch ein Buch allein wurde der Fülle der Geschichten keinesfalls gerecht - also musste ein Band pro Person her. Und da es 13 Spieler waren, gab es auch 13 Exposés Der Verlag, dem Jan das Projekt vorstellte, hatte auch gleich Interesse und damit stand die Anzahl der Bände auch schon fest. ![]() Wie kam es zum "multimedialen Ereignis", also diesem Mix aus Büchern, Audioprodukten, Fanartikeln aller Art und als Höhepunkt der Film? War das von vornherein die Idee bei dem Projekt? Und wenn ja, wer hatte sie - die Initiatoren (also Autor und Illustrator) oder der Verlag? Wie bereits erwähnt, war eigentlich zuerst die Idee für ein Drehbuch da - weil ich meinen Kollegen von der Sache erzählte. Es gab sogar relativ schnell (im Juni 2001) einen Trailer, um zu zeigen, wie der Film aussehen könnte. Mit diesem Trailer im Gepäck wurde dann auch eine Finanzierung gefunden und es konnte losgehen. Im Dezember 2001 war das Film-Drehbuch fertig und fast zeitgleich lief das Buchprojekt an. Die ersten Bände erschienen schon im April 2002. Dabei war auch da das Konzept nicht unproblematisch: Denn wir wollten schwarze Cover haben, was der Buchhandel zunächst gar nicht mit Begeisterung quittierte. Aber die Bücher sollten ja für Kinder und nicht für Eltern gemacht sein. Am Ende konnten wir uns durchsetzen - in erster Linie deswegen, weil alle direkt Beteiligten fest an das Projekt glaubten.
Sie sagen, dass Sie sich an "wahren Geschichten" orientieren - haben Sie die "echten" "Wilden Kerle" bzw. deren Eltern jeweils um Zustimmung zur Veröffentlichung Ihrer ganz persönlichen Erlebnisse gebeten? Und wie reagieren jene Kinder und Erwachsene, die selbst der Mannschaft angehören oder mit Mitgliedern verwandt/bekannt sind, auf die Bücher und die darin erzählten Schicksale mit all den Höhen und Tiefen und nicht immer schmeichelhaften Verhaltensweisen der handelnden Personen? Jede Familie erhielt von mir das Exposé, bevor ich es dem Verlag unterbreitete. Und alle gaben ihre Zustimmung. Natürlich habe ich die Nachnamen geändert und manche Details zu den Lebensumständen. Und ein Mädchen spielte damals auch noch nicht bei uns in der Mannschaft (das hat sich seit diesem Jahr geändert - jetzt haben wir Annika im Boot und sie ist verdammt gut!); für die Figur der "Vanessa" habe ich mich an einem Mädchen orientiert, die in Marlons Klasse ging. Eigentlich kommt ja auch niemand wirklich "schlecht" weg in den Büchern. Bis auf Maxis Vater - der aber im Grunde vor allem ein Kommunikationsproblem mit seinem Sohn hat, und immer wieder auch richtig nett sein kann. Und mit seinen Schwierigkeiten, Zugang zum eigenen Kind zu finden, steht er ja nicht allein da. Wir Väter sind ja fast alle so gut wie ausschließlich von Müttern erzogen worden und wissen daher auch nicht so richtig, wie wir mit unseren Söhnen und Töchtern umgehen sollen. Das ist übrigens auch eins meiner Anliegen in meinen Büchern: Ich möchte den Eltern, und vor allem den Vätern zeigen, was sie tun können, um mit den Kids zu kommunizieren. Was die Protagonisten der Bücher anbetrifft, so sind sie allesamt stolz wie Oskar, wenn "ihr" Buch erscheint.
Welches Mitspracherecht hatten Sie bei der Besetzung des Films, der am zweiten Oktober in die Kinos kommt? Ein ziemlich großes. Wobei man dazusagen muss, dass die Produzenten, Ewa Karlström und Andreas Ulmke-Smeaton von SamFilm, generell sehr mutig sind und auch jungen oder Leuten mit nicht allzu viel Erfahrung (es war beispielsweise mein erster Film als Regisseur) etwas zutrauen und freie Hand lassen. So stammt zum Beispiel der letzte Song im Nachspann von der Praktikantin und ihrer Band - auch der wurde eine Chance gegeben. Das Casting für die Schauspieler haben wir dann gemeinsam durchgeführt und es war gar nicht so einfach. Natürlich wollten wir so viele "echte" "Wilde Kerle" als möglich besetzen, doch manche hatten von sich aus kein Interesse (was sie dann im nachhinein bereuten, aber dann war es leider zu spät) und andere hätten schon gern mitgespielt, waren aber einfach aus dem einen oder anderen Grund nicht geeignet. Und dann gab es noch solche wie meinen Sohn Leon, der zwar mitspielen, aber nicht so viel Text lernen wollte. Das wiederum führte dann dazu, dass er für die Rolle des Film-Leon nicht mehr in Frage kam, denn der hat ja eine Hauptrolle und demzufolge auch entsprechend viel Text. Dann ergab es sich, dass einer der Ochsenknecht-Jungs den Part übernahm - und weil Leon und Marlon ja auch im Film Brüder sind, kam aufgrund der Ähnlichkeit für den Film-Marlon auch nur der zweite Ochsenknecht-Junge in Frage. Das war zunächst ein harter Brocken für den echten Marlon, der sich erst daran gewöhnen musste, in eine ganz andere Haut zu schlüpfen. Doch nach einiger Zeit fand er es ausgesprochen spannend, den Film-Maxi zum Leben zu erwecken. Dabei hat er auch ein paar richtig gute Ideen bezüglich Mimik und Gestik gehabt. Und Leon, "der-der-das-Text-lernen-hasst"? Tja, dem machte das Ganze immer mehr Spaß - und ich musste dauernd das Drehbuch umschreiben, weil er mehr Text verlangte! ![]() Wer spielt denn nun wen im Film? Auf einige Figuren mussten wir leider verzichten, sonst wäre es einfach zu viel geworden. Aber diese hier sind dabei: Leon ist Markus, der Torwart. Marlon gibt den Maxi. Jimi Blue Ochsenknecht hat die Rolle des Leon, sein Bruder Wilson ist Marlon. Jonathan "Jojo" Beck spielt den Juli. Und Raban darf als einziger er selbst bleiben. Nicht zu vergessen den einzigen "Profi" (er spielte schon in "Das fliegende Klassenzimmer"), Constantin Gastmann, als Fabi. (Außerdem gehören Rufus Beck als Trainer Willi, Uwe Ochsenknecht als Maxis spießiger Vater und Cornelia Froboess als Vanessas Oma zum Cast - A.d.R.) Richtig schwer war es, die Besetzung für die Bande des dicken Michi, die "Unbesiegbare Sieger" zu finden. Welche Eltern bringen schon ihre Kinder zum Casting, wenn es heißt, die Gesuchten sollen "fies, fett und gemein" sein? Also fingen wir an, Kinder auf der Straße und im Schwimmbad anzusprechen. Und wurden auch tatsächlich fündig. Der Film wurde letztes Jahr im Sommer in Prag und München gedreht. Wie lange waren Sie dort mit wie vielen Kindern? Und wie waren die Dreharbeiten? Sieben Wochen dauerte das Camp und der Kinder-Cast bestand aus 17 Kids zwischen neun und fünfzehn Jahren. Da allerdings nur drei Kinder NICHT aus München kamen, hatten wir uns vorher schon regelmäßig getroffen. Das hatte den Vorteil, dass man sich untereinander bereits kannte und die Kinder keine Scheu mehr hatten, zu spielen. Fast jeden Tag wurde gedreht und es war ganz schön hart. Denn für einige Kids war die Schauspielerei Neuland, andere wiederum kriegten die Fußballszenen nicht so gut hin. So mussten etwa die Ochsenknecht-Jungs da häufig gedoubelt werden. Das wiederum ärgerte die beiden so sehr, dass sie so lange trainierten, bis sie tatsächlich in einigen Szenen selbst spielen konnten. Natürlich war der Dreh anstrengender als wenn man mit Erwachsenen arbeitet. Kinder können sich nicht immer "auf Ansage" konzentrieren, wenn z.B. alles fertig ist und es kommt etwas dazwischen (ein technisches Problem etwa oder es fängt plötzlich an zu regnen), dann muss man jedes Mal wieder von vorn anfangen. Das war besonders schwierig bei den Nachtdrehs - oder dem Klippensprung, bei dem die Kids richtig Angst fühlen sollten. Wer in diesem Zusammenhang wirklich hervorragende Arbeit geleistet hat, war der Kinder-Coach Adnan Maral. Er hat das schon öfter gemacht - und spielt übrigens im Film auch eine kleine Rolle, die des türkischen Obsthändlers nämlich. Ihm ist es gelungen, die Kids immer wieder aufzubauen und hervorragend vorzubereiten. Aber abgesehen von den Dreh-Arbeiten war es wirklich wie ein Feriencamp für die Kids. Das Areal war abgelegen, aber gut abgegrenzt. Die Kinder waren stets in Rufweite, konnten aber trotzdem herumstromern. Letztendlich hatten sie das, was ich versuche, in meinen Büchern zum Ausdruck zu bringen und was es leider heute immer seltener für die Kinder gibt: Ein selbst bestimmtes Leben ohne Zwänge, ohne Termine - herumlaufen, Abenteuer erleben, für sich alleine sein - bis zum Schlafengehen.
Wurden alle von einem Elternteil begleitet bzw. wer kümmerte sich um die sicherlich wilde Bande? Alle Eltern waren eingeladen, auf Wunsch dabei zu sein. Manche kamen für ein paar Tage, manche für eine Woche, andere gar nicht. Nur eine einzige Mutter, die von Constantin, war die ganze Zeit über dabei. Und dann spielen ja bei einigen auch die Eltern mit - etwa beide Ochsenknechts und Rufus Beck (dessen Tochter im übrigen eine der Kusinen ist, die Raban mit Vorliebe die Haare aufdrehen - a.d.R.). Wobei die Gruppe der "Unbesiegbaren Sieger" in zwei Blöcken drehte - am Anfang und am Ende - und dazwischen nach Hause fahren konnte (die Kinder sahen das allerdings eher so, dass sie wegfahren MUSSTEN). Aber kein einziges Kind hatte Heimweh! Am Anfang war es für Sarah als einziges Mädchen unter 16 Jungs doch recht schwierig, aber am Ende war es optimal. Dann gab es noch eine Camp Leiterin, und es waren die Au Pair Mädchen von einigen der Kinder dabei, die wiederum auch die anderen Jungs schon eine ganze Weile und recht gut kannten, weil sie ja durch das Fußball spielen bereits vor den Dreharbeiten befreundet waren. ![]() Wie geht es mit den "Wilden Kerlen" weiter, wenn Sie den letzten der 13 Bände geschrieben haben? Dadurch, dass am Anfang so viele Bücher auf einmal erschienen sind, wird im Herbst 2004 die Serie "eigentlich" beendet sein. Allerdings ist diesbezüglich noch alles offen und es wird entsprechende Gespräche während der Buchmesse geben. Die Bücher sind ja praktisch mit den Kindern "mitgewachsen", die Themen haben sich langsam verändert während auch die Jungs älter geworden sind. Es wäre schön, wenn man das fortsetzen könnte. Darüber hinaus gibt es bereits Verhandlungen mit dem DFB - in Band sechs wird ja ein Spiel während der Weltmeisterschaft "vorhergesehen". Wenn das zustande kommt, dann ist das natürlich auf jeden Fall noch einen Band wert. Und sollte der Film ein Erfolg werden, dann gibt es auch da einen zweiten Teil.
Was hat sich für die Kids aufgrund der Bücher verändert? Gibt es Autogrammwünsche in der Schule, Liebesbriefe von Verehrerinnen, Angebote von namhaften Fußballvereinen? Autogrammwünsche oder Liebesbriefe gibt es eher noch nicht - das wird wahrscheinlich mit dem Film kommen. Aber früher sind die Kids schon stolz mit ihren "Wilde Fußballkerle" - T-Shirts und Sweat-Shirts durch München gelaufen, und haben sich sehr gefreut, wenn sie beim Schlittdschuhlaufen oder beim Baden "erkannt" wurden. "Ich bin Leon." "DER Leon? Der aus den "Wilden Fußballkerlen"???!!! Wowwwwwwwwwww!" Was allen nicht gefällt, ist, wenn sie vor einem Spiel als "Promi-Mannschaft" angekündigt werden. Und was hatten die Film-Dreharbeiten für Auswirkungen auf die "Nicht-Profis"? Leon und Marlon sind ja auf der Internationalen Schule und dort beginnt der Unterricht bereits im August wieder. Das führte dazu, dass sie aufgrund der Dreharbeiten mehr als vier Wochen die Schule versäumten. Was aber die Lehrer dazu sagten, war: "Wir würden es wieder erlauben, in Anbetracht dessen, wie weit es die Kinder gebracht hat." Und bei einem der Jungen, die wir sozusagen "von der Strasse weg" engagierten (Sascha Hensel, der den Kong spielt), stärkten die Dreharbeiten ganz massiv das Selbstvertrauen. Er ist ein ganz lieber, schüchterner Junge, der nicht mal alleine Straßenbahn fahren wollte. Als er dann anfing zu spielen und sah, dass das etwas war, was er konnte, stieg auch sein Selbstwertgefühl. ![]() Was hat sich für Sie durch diese Serie verändert? Nun zunächst einmal habe ich eine Menge gearbeitet - bin teilweise nachts um drei aufgestanden, um zu schreiben, damit ich tagsüber Zeit für meine Jungs (jede zweite Woche sind sie bei mir, sonst leben sie bei ihrer Mutter, von der ich mich getrennt habe) und ihr Training hatte. Im Moment, kurz vor Filmstart also, hänge ich dagegen fast nur noch am Telefon, was sich ganz komisch anfühlt, nachdem ich früher nur geschrieben habe. Grundsätzlich hat mich die Serie beruflich auf jeden Fall weiter gebracht: Ich habe meine ersten Kinderbücher geschrieben, meinen ersten Film als Regisseur gedreht. Aber auch auf persönlicher Ebene habe ich viel gelernt. Ich habe mich immer bemüht, an mir zu arbeiten und die Erlebnisse und Erfahrungen, die mich beschäftigt und weitergebracht haben, in die Bücher einfließen zu lassen. So gab es zum Beispiel eine Phase, in der die (echte) Mannschaft ganz häufig geschlagen vom Platz ging. Ich fragte mich immer - warum? Dann schrieb ich Band neun der Serie und plötzlich wusste ich es. Die Wilden Kerle kamen in das Alter, in dem man kämpfen muss und Talent allein nicht mehr ausreicht. Und leider hilft es da gar nichts, wenn von den Eltern immer ein "das macht doch nichts" kommt. Denn so lernen die Kids nie, dass es möglich ist, unter Druck zu wachsen und etwas zu lernen.
Wenn Sie nicht das Drehbuch geschrieben hätten, welches wäre dann (unabhängig vom Alter) Ihre Traumrolle im Film gewesen? Ich bin kein Schauspieler, finde es im Gegenteil ganz schrecklich vor einer Kamera zu stehen. Nein diesen Ehrgeiz hatte ich nie. Abgesehen davon interessiert mich die Rolle des Willi natürlich sehr und kommt auch meiner Tätigkeit sehr nahe. Ein bisschen ist er für mich der "Dumbledore" der "Wilden Kerle". Eine Art "graue Eminenz", ein "guter Erwachsener", der die Kinder ermuntert, die Dinge allein zu tun - und zwar auf ihre Weise - aber da ist, wenn sie ihn brauchen.
Wir
danken für dieses Gespräch! Mit Joachim Masannek
sprach |
