Kinderlieder mit Witz und Pfiff

Sternschnuppe*

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Musik von Sternschnuppe bei uns vorgestellt

Sternschnuppe
 

Im Süden Deutschlands kennt sie längst jedes Kind - und auch bundesweit sind Margit Sarholz und Werner Meier alias "Sternschnuppe" ein Begriff für supergute, hör- und tanzbare Kindermusik mit pfiffigen Texten. Nicht umsonst wurde das Paar nicht nur mehrfach im heimischen Bayern prämiert, sondern erhielt auch diverse Auszeichnungen vom Hessischen Rundfunk, vom Institut für angewandte Kindermedienforschung und vom Verband deutscher Musikschulen.

Damit das so bleibt, haben "Sternschnuppe" mit ihrer neuen CD Auf der Lauer eine Sammlung bekannter und beliebter Kinderlieder zusammengestellt, die Mädchen und Jungen, Mütter und Väter, Tanten und Onkels, Omas und Opas … von der Nordsee bis zu den Alpen zum Mitsingen animiert.

Freundlicherweise hat sich das Duo aus Ottenhofen (Landkreis Erding, bei München) den Fragen von Michaela Pelz gestellt.

 

Noch ein kleiner Tipp am Anfang: Rätselfreunde aufgepasst - an jedem Adventssonntag 2004 gibt es auf der Sternschnuppen-Homepage für jeweils eine Woche ein neues Preisrätsel zu lösen. Viele Gewinne rund um Sternschnuppe sind u gewinnen.

 

Interview mit Margit Sarholz und Werner Meier
 

Margit und Werner - darf ich Du sagen? Oder fühlt man sich als Künstler weniger ernst genommen, wenn man geduzt wird - auch bzw. gerade, wenn man für Kinder und mit Kindern arbeitet?

Freilich, Duzen ist ja auch ein Art der Sympathiekundgebung und wenn man solche Interviewfragen bekommt, die sich so angenehm von den Standardfragen abheben, die man sonst immer beantwortet, dann ist das gleich sehr sympathisch. Außerdem ist es wohl eher interessant, wie ernst man sich selbst und seine Arbeit nimmt, wenn man etwas für Kinder macht.

 

Ihr macht das - also Musik und Theater für Kinder, sowie die Verbindung aus beidem bei euren Veranstaltungen - ja jetzt schon seit bald zwanzig Jahren. Außerdem bist du, Werner, parallel die ganze Zeit als Kabarettist unterwegs gewesen, bringst auch demnächst ein neues Programm heraus …

Gibt es da einen Punkt, an dem man als Künstler denkt: Jetzt reicht es mal mit den Kindersachen, jetzt möchte ich nur noch was für Erwachsene machen? Wohlgemerkt, die Frage gilt auch für Margit, die ja ebenfalls früher Kabarett gemacht hat - seinerzeit noch mit Ottfried Fischer.

Ja, jetzt gibt es bald das neue Programm ‚Oh mei, oh Meier!'. Im November 2004 ist schon die Premiere im alten Kino in Ebersberg.

Wir haben in der letzten Zeit beide sehr intensiv daran gearbeitet, denn wir schreiben auch die Texte fürs Kabarett ganz viel miteinander.

Deshalb können wir auch diese Frage miteinander beantworten. Beides, also Texte und Lieder für Kinder oder für Erwachsene zu machen, hat für uns als Künstler seinen ganz eigenen Reiz. Und wir möchten weder das eine noch das andere missen. Weder die Ironie und die schlitzohrigen Hintersinnigkeiten, die in den kabarettistischen Bereich gehören, noch den speziellen Wortwitz und die Phantasie und den direkten Gefühlsausdruck, an denen wir selbst so viel Freude haben wie die Kinder. Und viele Erwachsene, die selbst noch Kind genug sind, übrigens auch.

Es ist immer wieder schön, das bei unseren Konzerten in den Gesichtern der erwachsenen Zuschauer zu sehen.

Außerdem, wer unsere Kinderlieder kennt, der weiß ja, dass sie nichts mit herabbeugendem Trallala zu tun haben. Wir nehmen unsere kleinen Hörer ernst und liefern musikalische Vollwertkost für hungrige Kinderköpfe sozusagen.

 

Woher nehmt ihr die Ideen für immer neuen Themen, was die Kinder-CDs anbetrifft. Ihr habt ja jetzt, obwohl ihr so jung ausseht, (selbst) keine sooo kleinen Kinder mehr, dass sich die Themen förmlich aufdrängen?

Natürlich kommen die Ideen zu Liedern ganz viel auch aus Anregungen, aus dem was um uns rum los ist - und da gibt es viele Kinder, in den Konzerten, in der Nachbarschaft… - aber im Wesentlichen schöpft man doch aus dem eigenen inneren Kind. Und dem fällt immer wieder etwas ein.

 

Die Kinder, die auf euren CDs mitwirken, klingen immer unglaublich vergnügt: Ist das das Ergebnis harter Arbeit oder wie schafft ihr es, bei den Aufnahmen die Stimmung tatsächlich so hoch zu halten, dass alle Spaß haben und außerdem noch einwandfrei das tun, was sie sollen?

Na, das geht ja jetzt schon ans Nähkästchen mit den kleinen Geheimnissen.

Nein, ohne Schmarrn, es ist tatsächlich nicht so einfach, den Spaß, die Begeisterung und die Spontaneität der Kinder in CDs reinzubringen. Freilich geht es bei den Proben immer ziemlich lustig zu. Aber im Studio, wenn wir vor den Mikros stehen, da wird es erst einmal ernster, denn da müssen wir alle auf so viele Sachen aufpassen: dass die Intonation stimmt, der Klang, die Verständlichkeit, der Ausdruck, der Rhythmus..., dass technisch alles o.k. ist, wer was singen soll und, und, und. Und da sind wir alle sehr konzentriert bei der Sache.

Aber wenn wir das im Kasten, also auf dem Band, haben, dann leisten wir uns oft eine oder mehrere Blödel- und Spaß-Spuren. Das heißt, wir lassen das Band noch mal mit dem laufen, was wir schon gesungen haben, und dann dürfen alle dazu singen, spinnen und lachen, wie sie lustig sind. Und das wird dann später beim Abmischen dazugemischt, so wie man beim Kochen Gewürze dazugibt. Und dann haben wir noch ein paar andere Tricks…

 Sternschnuppe Polonäse *

Wie viel ist bei eurer Arbeit genaue Vorbereitung und wie viel Improvisation?

Das kommt ganz auf den Bereich an.

Die Studiovorbereitung ist sehr intensiv. Da stehen, wenn wir ins Studio gehen, Texte und Melodien fest. Da wir aber das Vergnügen haben, mit hervorragenden Musikern zusammenzuarbeiten, entstehen beim Einspielen der Instrumente im Studio auch spontan noch Solis, Intros oder Zwischenspiele oder auch Improvisationen über bekannte Melodien wie bei unserer CD mit den Kinderlieder-Klassikern.

Wenn wir live unterwegs sind, zum Beispiel mit unserer aktuellen Bühnenshow ‚Mmh! - Leckere Lieder', haben wir natürlich ein ausgeschriebenes Programm, aber da wir unsere Zuschauer auch immer mit einbeziehen und auch mit auf die Bühne holen, gibt es da ganz viel Luft für Spontanes und Überraschendes. Das macht auch den besonderen Reiz daran aus, sowohl für unser Publikum als auch für uns, weil keine Vorstellung wie die andere ist.

 

Ich kenne jetzt (leider) nicht alle eure CDs - aber betrachtet man den "Textanteil" auf den CDs, die ich so gehört habe, dann könntet ihr doch auch wunderbare Hörspiele oder besser noch Musicals aufnehmen. Gibt es entsprechende Projekte - oder vielleicht sogar schon ein oder mehr fertige Produkte?

Unsere beiden Schlafliederweltreisen haben zwischen den Liedern kleine Einschlafgeschichten, aber direkte Hörspiele gibt es noch keine von Sternschnuppe. Margit liebäugelt aber schon länger mit dieser Idee. Ideen haben wir leider - oder Gott sei Dank? - immer sehr viel mehr, als wir Zeit zum Umsetzen haben. Also, mal schauen, wann Margits Hörspiel an die Reihe kommt...

 

Habt ihr persönlich ein "Lieblings-Lied" oder - bei dieser Fülle von Material - eine "Lieblings-CD" und was ist das besondere an diesem Song / dieser Scheibe?

Na, das ist so eine Frage, wie wenn man Eltern nach ihren Lieblingskindern fragt…

Aber vor Weihnachten legen wir uns manchmal unsere eigenen Winterlieder auf, weil die so gemütlich klingen, wie wir es in der Vorweihnachtszeit selten haben...

Und im Sommer - die Sommerlieder, weil sich die von oben bis unten nach Sommer anhören .

 

Was ist die wichtigste "Botschaft", die ihr euren Zuhörern übermitteln wollt?

Wenn wir über unsere Lieder Lebensfreude in die Familien bringen und in den Kindern die Freude an Sprache und Musik wecken, dann ist das das Beste, was wir uns vorstellen können!

 

Was ist für euch das Schönste, wenn ihr auf Tour geht und eure Zuhörer sozusagen von Angesicht zu Angesicht trefft?

Wenn alle aus vollem Hals mitsingen! Und wenn sie beim Rausgehen immer noch singen. Wenn Eltern im Konzert vergessen, dass sie eigentlich schon erwachsen sind.

 *

Wenn ihr euch von der guten Fee alle Fähigkeiten, die es gibt, wünschen könntet und es außerdem keinerlei Beschränkungen welcher Art auch immer gäbe: Welchen Beruf - abgesehen von dem, was ihr jetzt macht - würdet ihr am liebsten ausüben? Und welche (berufliche oder persönliche) Erfahrung, wenn das ginge, würdet ihr gern einfach mal für einen Tag machen?

Werner wäre am liebsten ein Gärtner zum eigenen Vergnügen, dann hätte er tolle Gewächshäuser, wo man unter Palmen schlafen kann…und dann würde er aufwachen und doch ein Lied schreiben, weil er gar nicht anders kann.

Margit würde Möbel designen, aber nur gegen fette Kohle, damit Werner den ganzen Tag unter den Palmen schlafen kann! Und zwischendrin würde sie Lieder schreiben, weil es eigentlich doch nix Schöneres gibt. Außerdem wäre sie gern Tiefseetaucherin oder Astronautin.

 

Zusammen habt ihr eine Tochter, die jetzt auch schon 24 Jahre alt ist, ein Dutzend CDs und zahlreiche Touren gemacht. Bitte verratet uns doch, wie man es schafft, wenn man beruflich und privat eigentlich andauernd "aufeinanderhockt", erstens nach wie vor neue und gute Sachen zu produzieren und zweitens abends "auf dem Sofa" immer noch nicht genug vom jeweils anderen zu haben?

Das ist uns selbst ein Rätsel! Aber ohne, dass wir dafür ein Rezept haben, haut das meistens ganz gut hin, wenn wir uns nicht grad …

 

Vielen Dank, dass ihr euch Zeit für die Beantwortung der Fragen genommen habt!

 

 

 

* Fotos von www.sternschnuppe.de

Michaela für kinder-stadt November 2004

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